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DRK: Neue Wege bei der Katastrophenvorsorge immer wichtiger

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) macht angesichts der bevorstehenden UN-Konferenz für Katastrophenvorsorge im mexikanischen Cancun auf die wachsende Bedeutung des Klimawandels und seine humanitären Folgen aufmerksam. „Das globale Wetterphänomen „El Niño“, das auch für die aktuell anhaltende Dürre mit verheerenden Folgen in TeilenOstafrikas verantwortlich ist, ist nur eine der Folgen des Klimawandels.

Wir beobachten, dass sich die Zahl der Extremwetterereignisse in den

vergangenen Jahren stark erhöht hat“, sagt Alexandra Rüth,

Klimaexpertin beim DRK. „Und wir sehen die katastrophalen

Auswirkungen für die Menschen in den betroffenen Regionen. Dies

stellt die humanitäre Hilfe vor immense Herausforderungen.“

Denn der Bedarf an humanitärer Hilfe infolge einer Zunahme von massiven

Regenfällen und Überschwemmungen, tropischen Wirbelstürmen sowie von

Hitzewellen und Dürren ist extrem gestiegen. Die Gesamtkosten der weltweit

entstandenen Schäden infolge von Naturkatastrophen beliefen sich allein im

Jahr 2015 auf rund 62,64 Milliarden Euro. Investitionen in innovative

Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen sind angesichts dieser enormen

Zahl wichtiger denn je. „Wir als DRK setzen verstärkt auf das Instrument des

sogenannten Forecast-based financing. Dabei geht es darum, vorhandene

Wettervorhersagen zu nutzen und auf steigende Extremwetterrisiken in

bestimmten Ländern und Regionen frühzeitig mit festgelegten

Standardmaßnahmen zu reagieren. In ausgewählten Pilotländern wurden

dazu spezielle Schwellenwerte zur Frühwarnung entwickelt. Beim Eintritt

dieser Schwellenwerte werden dann vorab erarbeitete Vorsorgemaßnahmen

wie etwa die Ausgabe von Hilfsgütern eingeleitet“, sagt Rüth.

„Im Prinzip befolgen wir damit die einfache Regel: Vorsorge ist besser als

Nachsorge. Und das zahlt sich für die betroffenen Menschen ganz klar aus.

Durch die Maßnahmen, die bei Überschreiten der Schwellenwerte bereits vor

Eintritt einer Flut oder eines Sturms eigeleitet werden, sind die Menschen

vorbereitet. Sie können die schädlichen Folgen des Extremwetters besser

abfedern“, fügt Rüth hinzu. Das Deutsche Rote Kreuz hat in Kooperation mit

dem Auswärtigen Amt in diesem Bereich eine Vorreiterrolle eingenommen

und wird bei der fünften Ausgabe der Global Platform for Disaster Risk

Reduction (GPDRR), die am 22. Mai in Cancun beginnt, über Erfahrungen

mit dem Instrument berichten.

 

19. Mai 2017 15:03 Uhr Alter: 186 Tage